
Neu und eigenständig: Mit dem Alkoven 580 LS erweitert Eura Mobil seine Profila-Baureihe nach unten hin. Mit gerade mal 6 Metern Länge und einem freundlichen Basispreis (35.950,- Euro) ist der Neue aus Sprendlingen besonders für Einsteiger und Preisbewusste interessant.
Sie haben gern nette Menschen in geselliger Runde bei sich?
Sie wünschen sich ein Wohnmobil in kompakter Dimensionierung?
Sie suchen das etwas andere Reisemobil?
Dann sollten Sie jetzt weiterlesen, denn der Profila 580 LS hat ihnen Einiges zu bieten.
Beginnen wir mit der ersten Auffälligkeit. Die Tür zum Wohnbereich ist im Hecküberhang
eingelassen. Eine Stelle, die nun nicht allzu häufig von Wohnmobil-Produzenten auserkoren wird. Tritt man durch diese, steht man auch schon mitten in der Küche. Unter der Arbeitsplatte, die Spüle und Herd in sich trägt, stecken Kühl- und Schubladenschrank. Direkt darüber ein Fenster damit Dämpfe und Gerüche kurze Austrittswege haben. Gegenüber finden Kochkünstler und Spülteufel eine weitere Arbeits- bzw. Ablagefläche. Von dieser Stelle aus sollte nun der Blick nach vorn gerichtet werden. Die hier gebotene Räumlichkeit des Profila ist bemerkenswert. Die 1,85-Meter-Bank auf der rechten Seite bietet mindestens drei Personen bequeme Sitzplätze oder aber Couchqualität für Alleinnutzer an ruhigen Fernseh- bzw. Leseabenden. Auch gut geeignet für das Nickerchen am Mittag, wenn man mal nicht in den Alkoven (Dachaufbau) klettern will.
Gegenüber der Bank haben die Sprendlinger Wohnmobilspezialisten die Sitzgruppe samt
Tisch verbaut. Hier finden weitere vier Personen bequem Platz. Problemlos können sich im
580 LS so sieben bis acht Menschen an einen Tisch setzen. Beachtlich! Dass der (abnehmbare)
Tisch bei solch üppiger Besetzung nur noch Platz zum Abstellen für Trinkbehältnisse und
Knabbereien bietet, ist nicht weiter verwunderlich. Fürstlich aufgedeckt bietet er bis zu drei Personen angenehm Platz zum Speisen.
Richtig edel gibt sich das Badezimmer. Die Duschabtrennung aus zwei halbrunden, grünlich schimmernden Kunststoffteilen fällt dem Betrachter als erstes ins Auge. Doch die ganze Nasszelle ist ein Novum bei Eura Mobil und nennt sich DuoMax.
Die Duschtasse verfügt über zwei Abläufe, Spiegel, Stauschränke und Ablagemöglichkeiten bieten alles, was ein standesgemäßes Badezimmer im Eigenheim auch offeriert. Von einer Wanne mal abgesehen.
Schön anzusehen, nach Wunsch verstellbar und mit reichlich Leuchtkraft ausgestattet
sind die Metall-Seitenleuchten. Diese Kippschalter mit dem Metallhebel sind einfach
edler als die allgegenwärtigen Kunststoffwippen an gängigen Lampen. Je nach Gusto
kann auf vielfältige Weise mit den Lampen Raumatmosphäre gezaubert werden.
Bleiben wir noch kurz beim Thema Licht: Bei unseren Nachtfahrten haben wir im Cockpit einen Schalter für die Kabinenbeleuchtung vermisst. Der Wunsch, es direkt nach dem Abstellen des Fahrzeugs hinten im Aufbau hell werden zu lassen, ist wohl
kein übertriebener Luxus. Auch wäre dieser zusätzliche Schalter gelegentlich günstig,
wenn hinten Fahrgäste befördert werden. Denn sollte mal jemand dieser Personen Licht während der Fahrt benötigen, bloß weil etwas auf den Boden gefallen ist oder er/sie in der Handtasche kramen will, muss bislang das Mobil erst abgestellt werden.
Großzügig gibt sich der Profila in punkto Stauraum. Die Oberschränke bieten reichlich Fassungsvermögen, und im Schrank neben dem Bad können auch lange Mäntel ohne Falten aufgehängt werden. Sperrige Mitbringsel lassen sich gut im seitlich und von oben zugänglichen Doppelboden unterbringen. Da passt eine Menge rein, und Öffnungsluken, wie bei der Sitzgruppe erleichtern den Zugriff von oben. Die Platzierung von Eingang, Küche und Badezimmer im Heck erlaubt logischerweise nicht noch die Möglichkeit einer großvolumigen Heckgarage. Aber für Fahrräder und ähnliche Güter gibt es ja optional einen Fahrradträger (ab 290,- Euro) bzw. eine Dachreling samt Leiter und Trägerplatte (730,- Euro).
Zurück zum Doppelboden: Da passt schon so Einiges rein und beheizbar ist dieser zudem. Kalte Füße adieu! Im Zusammenspiel des Bodens mit dem winterfesten Aufbau („Eura- Foam-isolierte“ Wände) wird der Profila zum ausgereiften Winterfahrzeug. Eine Trumatic C4002-Heizung zählt natürlich zur Basisausstattung des Wohnmobils. Besonders an langen Winterabenden zu zweit in der Ferne macht sich der Vorteil des großzügigen Platzangebotes im Profila bemerkbar. Man kann ohne schlechtes Gewissen von Wohnzimmerqualität auf Rädern sprechen. Nur noch mit dem Zuziehen der Vorhänge den Blick durch das Führerhaus verhindern und einem heimeligen Abend steht nichts mehr im Wege.
Bei Ford schreibt der Transit als Basis für Wohnmobile gerade eine nicht enden wollende Erfolgsgeschichte. Und das pünktlich zum 40sten Geburtstag. Glückwunsch! Die Stärken des Kölner Mobiles sind vielfältig. Das auffälligste Merkmal ist, dass der Transit sowohl als Front- wie auch als Hecktriebler eingesetzt werden kann. Eura Mobil spendiert dem Profila ein Tiefboden-Chassis, so dass aus Platzgründen und Bauhöhe der Transit aus Sprendlingen frontgetrieben in Aktion kommt. Die schnell erkennbaren Qualitäten des Ford sind der fahrgeräuscharme Innenraum, das funktionale Cockpit und der geringe Verbrauch. Gerade mal 11,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchte unser Testkandidat. Nicht schlecht, bei einer fahrbereiten Masse, die 2900 Kilo auf die Waage drückt und mit einem mächtig bauenden Alkoven, der jedem vernünftigem cw-Wert bauartbedingt erfolgreich die Stirn bietet.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h ist der Profila auf Wunsch ganz schön
zügig unterwegs. Um jedoch in diesen Tempo-Bereich vorzudringen, fordert der Transit
ordentlich Drehzahlen. Im letzten, fünften Gang wirkt der Vortrieb etwas zäh. Unter
2500 Umdrehungen passiert merklich wenig. Überschreitet man die 3000er-Marke, wird der Ford spürbar lebhafter. Manchmal kam das Gefühl auf, ein Benzin-Triebling wurde
da implantiert. Der Gegenbeweis folgte an der Tankstelle: den Einfüllstutzen ziert deutlich ein Aufkleber mit Aufschrift „Diesel“.
Das Fahrverhalten des Ford mit dem Eura-Chassis ist auch für Einsteiger in die Welt
der Wohnmobile problemlos. Gutmütig folgt der Transit jedem Lenkbefehl, Spurrillen bringen ihn nur selten aus der Ruhe, und die Seitenwindempfindlichkeit gibt sich erstaunlich reduziert. Mit dieser Kompaktheit empfiehlt sich der 580 LS besonders
Wohnmobil-Neulingen. Seine Gesamtlänge von knapp 6 Metern macht das Manövrieren relativ unkompliziert. Und mit einer Höhe von knapp 3 Metern passt der Profila durch nahezu jede Unterführung. Bei Parkmanövern wären Positionsleuchten am Heck sicherlich hilfreich. Warum so viele Wohnmobil-Produzenten auf eine leuchtende Einparkhilfe am Ende des Fahrzeugs verzichten, konnte bis dato keiner erklären. So bald dies geschieht, werden wir darüber berichten.
Das Cockpit des Transit ist schlicht, übersichtlich und funktionell. Keine verwirrende
Spielereien oder verspielten Luxus-Schnickschnack findet man an Bord. Die Klimaanlage ist Standard, ebenso die beheizten Seitenspiegel und elektrischen Fensterheber. Eine Zentralverriegelung (optional, Führerkabine) macht für all jene Sinn, die das Fahrzeug auch im Alltag gelegentlich einsetzen wollen. Vermisst haben wir Schalen an den Türen. Verstaut man doch gern an dieser Stelle Kartenmaterial, Parkscheibe und Ähnliches.
Aufgefallen ist uns zudem, dass an und nach regnerischen Zeiten Profila-Piloten beim Ausparken eine besondere Achtsamkeit walten lassen sollten. In der Mulde zwischen Ansatz Alkoven und dem weiteren Dachverlauf sammelt sich gern Wasser. Schon beim sanften Ausparken neigt sich der Aufbau und das Wasser strömt im Sinne des Wortes seitlich ab. Personen (Fußgänger), die dann zur falschen Zeit am falschen Ort sind, werden erst mächtig nass und dann wohl mächtig böse sein, wenn die Dachfontäne überraschend über und auf sie herein bricht. Umstände wie Parkposition, Beladung, Schräglage etc. beeinflussen bzw. bewirken gar erst diesen Effekt. Wer gewappnet ist, kann es jedoch vermeiden.
Der Eura Mobil Profila 580 LS gibt sich als Alleskönner und Multitalent zum attraktiven Preis. Ganz gleich, ob sie sich in trauter Zweisamkeit viel Platz wünschen, gern im Winter unterwegs sind, sich mal Gäste einladen oder mit der ganzen Familie verreisen wollen. Er besticht durch ein mächtiges Raumangebot, interessante Detaillösungen,
einem gutmütigen, bewährten und sparsamen Basisfahrzeug und einer technischen Ausstattung, die funktionell und schnell überschaubar ist.