„Gut Ding will Weile haben.“ Seit über 75 Jahren rollen die „Zigarren“ über amerikanische Weiten. In Europa ist selten ein Exemplar auf der Straße bzw. dem Campingplatz auszumachen. Bis auf wenige Mutige, die sich mehr oder weniger in Eigenregie um Anschaffung, Transport und Zulassung der allseits bekannten Trailer kümmerten, gab es bislang keinen offiziellen Importeur. Anfang des Jahres konnte man zwar lesen, das Hymer sich um die Marktpräsenz und den Service der amerikanischen Wohnwagen hierzulande kümmern wolle. Ein Dementi folgte jedoch rasch.
Das letzte, aber auch das neue Jahr bringt viel Schwung in den Wohnmobilmarkt. So haben sich die Hersteller Mercedes Benz, Fiat, Ford und Volkswagen mächtig ins Zeug gelegt und ihre Transporter intensiv überarbeitet. Verwenden doch die Hersteller von Wohnmobilen eben diese Transporter als Basis für Ihre Aufbauten. Und bis auf Fiat haben die erwähnten Autobauer gar noch eigene Wohnmobile bzw. Freizeitfahrzeuge im Programm.
Den Reigen der Neuheiten eröffnete im Februar VW. Der LT ist tot, es lebe der » Crafter! Nach 31 Jahren schickt nun der neue » Crafter, den über lange Jahre sehr kantig daherkommenden, aber auch robusten und viel geliebten LT in die Abteilung Geschichte und Historisches. Wohl zur rechten Zeit, denn die Ersatzteilversorgung für LT’s der ersten Jahre ist schon sehr dünn geworden.
Daimler Chrysler hat im März den komplett überarbeiteten » Sprinter der Öffentlichkeit vorgestellt. Es folgte Ford mit dem modifiziertem » Transit, der nun frisch aufgepeppt in sein fünftes Lebensjahrzehnt rollt und last but not least stellte im Sommer Fiat seinen „Darling der Wohnmobilbauer“, den stark überarbeiteten » Ducato vor, der übrigens auf dem Caravan Salon 2006 in Düsseldorf seinen ersten Messeauftritt feiern konnte.
» Mercedes Benz Sprinter
» Ford Transit
» Fiat Ducato
Die Modifizierungen sind bei » Crafter, » Ducato und » Transit schon auf den ersten Blick anzumachen. Mächtig wirkende Fronten mit hoch gesetzten Lichtern und breitem Kühlergrill prägen das Outfit. Bei Mercedes-Benz gingen die Designer sanfter zu Werke. Man sieht zwar, dass der neue Sprinter eine Veränderung erfuhr, aber wahrlich nicht so auffällig, wie bei seinen Mitstreitern. Von hinten lässt er sich schon schneller ausmachen, denn nun ziert auch ein Stern zwischen den Türen das Heck.
Änderungen, die alle erwähnten Fahrzeuge betreffen, sind die neu gestalteten Innenräume der Fahrerhäuser incl. deren Cockpits. Die klassischen Schalthebel, die einst bis zum Boden reichten, sind durch in den Fronten integrierte „Joysticks“ ersetzt worden. Eine Maßnahme, die Wohnmobilisten sicherlich zu schätzen wissen, denn die bislang übliche, sehr störende Kletterei um den Schaltknauf hat nun ein Ende und ein bequemes „Nachhintensteigen“ wurde nun realisiert. Zudem haben sich alle Hersteller den Fahrgeräuschen angenommen und diese merklich reduziert. Um die Umwelt und die Steuerbelastung der neuen Transporter-Eigner zu schonen, erfüllen alle hier erwähnten Fahrzeuge die Euro-4-Vorgaben.
Die neuen Transporter versprechen mit ihren aktuellen Sicherheitskomponenten, ihren modernen Triebwerken und einem fast schon Pkw-ähnlichen Komfort, dass sich die Welt der Transporter und folglich auch die der Wohnmobile ein deutliches Stück weiterentwickelt hat. Wir dürfen gespannt sein, was der Caravan Salon noch an Novitäten bereithält.
Text: Hans König
Fotos: Hersteller